Erstmals wurde in Italien eine komplette Inline-Fertigung für digital gedruckte Bücher vorgeführt. Die Open-House-Linie in Sesto San Giovanni nahe Mailand bestand aus einer Abrollung (für die von HP bedruckten Rollen) und einem Schneidesystem von Hunkeler, einer MBO-Falzmaschine, einem Palamides-Collator, Solema-Transportbändern und einer SigmaLine-Teillinie von Müller Martini mit SigmaBinder, SigmaTower und SigmaTrimmer.
 Rund 100 Besucher von über 50 Firmen, darunter alle renommierten grafischen Betriebe Italiens, fanden den Weg zum dreitägigen Open House von Müller Martini nach Sesto San Giovanni.
Einfacher Formatwechsel
«Zum einen wollten wir mit dieser praktischen, vollintegrierten Lösung zeigen», so Bernd Volken, Geschäftsführer von Müller Martini Italien, «wie digital gedruckte Bücher auch in Kleinauflagen – bis hinunter zu einem Exemplar – inline wirtschaftlich hergestellt werden können und wie einfach es ist, ohne Produktionsunterbruch von einem Format auf das nächste zu wechseln.»
Zum andern war es laut Bernd Volken auch Ziel des Open Houses, den Besuchern die einzelnen Teilkomponenten des vorgeführten Inline-Systems näherzubringen. «Viele unserer Kunden haben bereits die eine oder andere Maschine für die digitale Fertigung – eine Falzmaschine, einen Klebebinder oder einen Dreischneider. Ihnen wollten wir aufzeigen, wie sie ihre bestehenden Systeme mit einer überschaubaren Investition zu einer kompletten Linie ergänzen können.»
 Die Open-House-Besucher nutzten die Gelegenheit zu intensiven Diskussionen über die Inline-Fertigung digital gedruckter Bücher.
Grosses Echo...
Wie aktuell das Thema ist, zeigte die Resonanz auf das Open House. Rund 100 Besucher von über 50 Firmen, darunter alle renommierten grafischen Betriebe Italiens, fanden trotz der für Italien atypischen hochwinterlichen Wettverhältnisse den Weg nach Sesto San Giovanni. So herrschte im Demo-Raum von Müller Martini Italien an allen drei Tagen hektische Betriebsamkeit. «Wir sind positiv überrascht, welches Echo unsere Veranstaltung ausgelöst hat», bilanzierte der sichtlich zufriedene Bernd Volken.
...positive Reaktionen
Positiv überrascht zeigten sich auch viele Besucher. «Ein sehr intelligentes System mit einer spannenden Technologie und vielen interessanten technischen Details – ideal für die heutigen Anforderungen im Digitaldruckmarkt», sagten Claudio Arrigoni und Ing. Emiliano Pedrini. Die beiden Technischen Direktoren der zur Arvato-Gruppe gehörenden Arti Grafiche Johnson in Seriate schätzen es besonders, dass sie sich intensiv mit den Müller Martini-Spezialisten und Technikern der verschiedenen Systemhersteller unterhalten konnten. «Um eine einzige Linie unter die Lupe zu nehmen und in die technische Tiefe gehen zu können, ist ein solches Open House optimal. Eine Grossmesse wie die drupa vermittelt mehr einen Gesamtüberblick.»
Zeit für Gespräche
Das sahen auch die beiden Vertreter von Centro Stampa Quotidiani (CSQ) in Erbusco, Dr. Stefano Ceresa (Marketing- und Verkaufsleiter) und Ing. Francesco Quaranta (stellvertretender Betriebsleiter), so. «An der drupa stehen wir quasi von Angesicht zu Maschine, hier am Open House jedoch von Angesicht zu Angesicht. Man hat viel mehr Zeit, um sich mit den Leuten zu unterhalten und sie nach technischen Details zu fragen.»
Wie der Bücher- und Agenden-Spezialist Arti Grafiche Johnson druckt auch der Zeitungs- und Magazinproduzent CSQ noch nicht digital. «Doch wir beobachten den Markt genau», so Stefano Ceresa und Francesco Quaranta, «und haben nun bei diesem Open House erstmals ein Inline-System live im Einsatz gesehen. Es ist beeindruckend, was die gezeigte Linie leisten kann.»
«Die Zukunft liegt in vollautomatisierten Systemen»
Eigens aus Polen war Michal Rejnowski nach Italien gereist, um sich über die neuesten Entwicklungen im Digitaldruck zu informieren. «Noch erfolgen auch bei uns diverse Produktionsschritte von Hand», sagt der CEO der vor fünf Jahren gegründeten und ausschliesslich digital druckenden Firma Totem in Inowroclaw. «Doch es ist klar, dass die Zukunft in vollautomatisierten Systemen liegt.» Beeindruckt zeigte er sich, wie auf der Open-House-Linie auch unterschiedliche Buchformate unterbruchlos gefertigt wurden. «Das hatte ich zuvor noch nie gesehen.»
Stefaan Vanysacker war besonders gespannt, wie die einzelnen Elemente der am Open House gezeigten Inline-Konfiguration ineinander verzahnt waren. «Für den Digitaldruck braucht es ein optimales Zusammenspiel verschiedener Maschinen», sagt der unabhängige Berater für die grafische Industrie aus dem belgischen Oekene. «Die hier gezeigte Lösung ist ein grosser Schritt.»
Ergänzt wurden die Vorführungen bei Müller Martini Italien mit Vorträgen über den Digitaldruck und die digitale Weiterverarbeitung. Zudem bekamen die zahlreichen Besucher an einem Infostand detaillierte Auskünfte über die verschiedenen Module des Müller Martini-Serviceangebots MMServices.
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