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Fachartikel
Die Weiterverarbeitung als Kreativschmiede
Die Werbebranche lebt von innovativen Konzepten, die sich durch Phantasie und Gespür für neue Ideen und Trends auszeichnen. Vor allem die Weiterverarbeitung von Printprodukten hilft dabei, kreative Kommunikationsideen zu verwirklichen.

Ein Blick auf die Auslagen am Kiosk zeigt es: der Kampf um den Leser ist in vollem Gange. Die neue Schmuckkollektion aufgeklebt auf der Bravo, in Plastik eingeschweisste Sammelkarten im Comic-Magazin, die eingesteckte CD mit der neusten Software angepriesen auf der Computer-Fachzeitschrift – so wird der Leser von allen Seiten mit Zusatznutzen gelockt. Aber auch Abonnenten werden mit kleinen, zusätzlichen Gimmicks bei Laune gehalten. Spezielle redaktionelle Beilagen oder Posteraktionen sollen den Leser an „seine“ Zeitschrift binden.


Dank Selective-Binding-Sammelheftern von Müller Martini können Printprodukte optimal auf Zielgruppen abgestimmt werden.

Und die Kreativen warten mit immer neuen Ideen auf. Sei es mit der ganz persönlichen Ansprache des Lesers im Heft oder speziellen Produktionen wie Perforationen oder Spot-Lackierungen in der Werbebeilage.

Die Forderung nach möglichst einzigartigen, individuellen Produkten ist kein Widerspruch zur industriellen Fertigung. Die heute bereits vorhandenen, vielfältigen Möglichkeiten der Veredelung in der Weiterverarbeitung werden weiter ausgereizt. Bei modernen Systemen gibt es an fast jeder Stelle des Weiterverarbeitungs-Prozesses Möglichkeiten für die Differenzierung der Produkte – vom Rotationsausgang bis kurz vor die Verladerampe.

Kreative Ideen zum Einkleben
Doch bevor produziert werden kann, muss die Idee geboren werden, mit der die Attraktivität eines gedruckten Produkts gesteigert wird. Um die Aufmerksamkeit der Leser zu fesseln, wünschen sich Inserenten in einer Zeitschrift verstärkt Elemente, die sich in Form, Aussehen und Dicke vom „Trägerprodukt“ der gehefteten oder gebundenen Broschüre abheben.


Eingeklebte Produkte wie CD-ROM steigern die Attraktivität von Printprodukten und bieten dem Leser Zusatznutzen.

Zum Einkleben in Printprodukte eignen sich CD-ROM, Warenmuster, Antwortkarten, geheftete oder gefalzte Beilagen, Haftnotizen und Direkt-Mail-Produkte. Diese Elemente verstärken nicht nur die Werbebotschaft entscheidend, sondern können gleichzeitig redaktionelle Konzepte unterstützen. So wird beispielsweise mit kleinen, auf einer Frauenzeitschrift aufgeklebten Booklets mit Kurzgeschichten den Leserinnen in den Sommermonaten Zusatznutzen geboten.

Werbung „greifbar“ machen
Die klassische Shampoo-Probe eingeklebt im Magazin ist weitläufig bekannt. Doch heute sind den Ideen kaum mehr Grenzen gesetzt. Mit vielfältigsten Formen von „greifbarer“ Werbung versuchen sie, die Aufmerksamkeit des Lesers auf ihr Produkt zu lenken. Und das haptische Erlebnis trägt entscheidend dazu bei, dass sich die Werbebotschaften noch besser einprägen.

Das Einkleben von speziellen Werbegeschenken, in Beuteln abgepackten Warenproben oder gefalzten Kleinprospekten ist mit Warenklebern an Sammelheftern oder Klebebindern von Müller Martini ganz einfach möglich. Sie sind an jeder Anlegerposition einsetzbar und produzieren effizient bei hohen Produktionsleistungen.

Einen grossen Zusatznutzen garantieren selbstklebende Haftnotizen (Post-it®), auf denen Werbebotschaften prominent platziert werden können. War das Aufkleben bisher nur offline möglich, können die Haftnotizen mit einem speziell für den Kartenkleber entwickelten Zusatzgerät jetzt auch inline auf Zeitschriftenbogen aufgebracht werden.

Kennen Sie Ihre Kunden!
Dank Einkleben, Einstecken, Folieren und Adressieren können anspruchsvolle Printprodukte bereits auf Lesergruppen abgestimmt werden. Werbefachleute suchen jedoch nach immer neuen Möglichkeiten, um mit Zielgruppen in persönlichen Kontakt zu treten. Der Dialog mit dem Konsumenten wird auf möglichst direktem Weg geführt – beispielsweise über das individuelle Zusammenstellen der Produkte. Selective Binding ist mit dem entsprechend ausgestatteten Sammelhefter, wie etwa dem PrimaPlus SB von Müller Martini, jederzeit möglich. Jeder Anleger kann hier über einen zentralen Controller individuell angesteuert werden und ermöglicht dadurch vielfältige Bogenkombinationen und Heftvarianten.

Ziel ist es, mit einer persönlichen Ansprache des Lesers Streuverluste zu vermeiden. Fully Selective ist die anspruchvollste Form der individuellen Zusammenstellung von Drucksachen. Basierend auf Datenbanken mit Leserprofilen ist die persönliche Adressierung von Ausgaben, aber auch von Antwort- oder Bestellkarten problemlos möglich. Sehr beliebt sind auch personalisierte Botschaften innerhalb der Printprodukte, welche die Akzeptanz des Produkts beim Leser erhöhen. Adressen und persönliche Botschaften werden mit handelsüblichen Inkjet-Systemen aufgebracht. Mit dieser Technologie können sich Weiterverarbeiter und deren Kunden von ihren Mitbewerbern abheben und die Wertschöpfung ihrer Produkte weiter steigern.

Eingesteckt und foliert
Doch auch bereits sammelgeheftete oder klebegebundene Printprodukte können weiter veredelt werden. Mit der Einsteckmaschine Onyx von Müller Martini lassen sich Beilagen an verschiedenen Positionen in das sammelgeheftete oder klebegebundene Produkt einstecken oder auf den Umschlag auflegen. Bereits in der Einsteckmaschine kann auf das Produkt ein adressiertes Blatt aufgelegt werden.

Mit dem neuen Pick and Place-Anleger lassen sich auch noch am Ende der Prozesskette sperrige Produkte einfach und präzise auflegen. Damit die veredelten Produkte gut geschützt den richtigen Empfänger erreichen, können die Produkte abschliessend in der Foliermaschine Rubin einzeln in Folie eingeschweisst und adressiert werden.

Klappen bieten Zusatznutzen
Eine Idee, die stark im Trend liegt: die klebegebundene Klappenbroschur. Dank effizienter Inline-Lösungen und sinkender Stückkosten wird sie sich rasch auch bei grösseren Auflagen durchsetzen. Reiseführer, Taschenbücher oder auch Geschäftsberichte werden häufig mit sechs- oder achtseitigen Umschlägen produziert. Wichtige Informationen können so für den Leser übersichtlich dargestellt werden.


Mit dem neuen Frontschneider Frontero lassen sich exklusive Produkte mit Klappenbroschur wirtschaftlich und mit höchster Qualität in einem Arbeitsgang herstellen.

Die Herstellung der Klappenbroschuren mit bündiger bis leicht vorstehender Klappe erforderte bisher zwei aufwändige Arbeitsschritte: Im ersten erfolgten die Produktion des Buchblocks und der Frontschnitt, im zweiten das Aufbringen des Umschlages und der Kopf-/Fussschnitt. Mit dem neuen Frontschneider Frontero von Müller Martini werden die beiden Durchgänge zusammengefasst und die Durchlaufzeiten erheblich verkürzt. Auf Klebebindelinien, die mit der Klappenfalzstation ausgerüstet sind, lassen sich Klappenbroschuren inline kostengünstig und mit höchster Qualität in einem Arbeitsgang herstellen.

Klappen - sogar bei eingehängten Büchern
Mit der Buchlinie Diamant können übrigens auch Buchblocks mit Integraldecken mit Klappen eingehängt werden, also sogenannte Full-Flap-Bücher produziert werden. Wenn es bei Produkten mit Klappen ganz edel sein soll, ist die Diamant das Mittel der Wahl.

Veredelte Produkte auch bei kleinen Auflagen
Da sich Zielgruppen weiter diversifizieren, werden die Auflagen immer kleiner. Doch auch die Printprodukte in kleinen Auflagen sollen weiter veredelt werden können. Hier liegt eine grosse Herausforderung, auch im industriellen Rahmen weiter wirtschaftlich zu produzieren. Möglich wird das zum einen mit schnellen Ein- und Umrüstzeiten dank Amrys, dem Automatic Make Ready System von Müller Martini. Ausserdem verschaffen flexible Ausbaumöglichkeiten der Anlagen viel Spielraum für den effizienten Einsatz von Zusatzaggregaten. So können sich auch die Leser von Printprodukten mit kleinen Auflagen auf ausgefallene Ideen freuen.

Werbeagenturen vor Ort
Die Entwicklungen beim Druck auf Rollenoffsetmaschinen bietet Kreativen immer mehr Möglichkeiten, ihre Ideen umzusetzen. Doch zuerst muss in den Kreativschmieden auch bekannt sein, was heute überhaupt möglich ist.

Damit seine Kunden die Vorteile der Rollenoffsetmaschine Concept von Müller Martini kennen lernen, hatte Friedrich Kraut, Direktor der Druckerei Wafag in Zürich, eine ganz besondere Idee. Er lud 38 Werbeagenturen zu einer individuellen Besichtigung ein und zeigte ihnen Muster der neu installierten Druckmaschine. Auf der Concept druckt Wafag jetzt auch komplexe Produkte wie intelligente Formulare und Sicherheitsdruck. Dank des Magnetzylinders für Spezialstanzungen können bei Mailings komplexere Stanzungen wie zum Beispiel Fenster oder Coupons sowie Perforationen vorgenommen werden.

Mit der entsprechenden Bearbeitungseinheit kann auf der Concept inline gerillt, gelocht, längs und quer perforiert sowie geschnitten werden. Aufgedruckt werden können Sicherheitselemente, Spezialfarben wie beispielsweise Rubbelfarben oder Metallfarben. Grossflächige oder Spot-Lackierungen sind ebenfalls möglich. Der ideenreichen Gestaltung von vielfarbigen Werbebeilagen sind so keine Grenzen mehr gesetzt.

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