 Bei der Herstellung von Etiketten ist ein Trend zur Rollenproduktion unverkennbar.
Als Müller Martini vor zwei Jahren bei der erstmaligen Teilnahme an der LabelExpo in Brüssel die neue stufenlos formatvariable Rollenoffset-Druckmaschine Alprinta-V vorstellte, war die Spannung vor Messebeginn gross: «Wir waren neugierig», so Dr. Jürgen Dillmann, «welche Beachtung unsere neue Technologie bei den Messebesuchern erfahren würde.»
Die Spannung entlud sich laut dem Geschäftsführer der Müller Martini Druckmaschinen GmbH schon am ersten Tag: «Der Besucherstrom auf unserem Stand riss nicht ab, und unser Auftritt wurde zu einem vollen Erfolg. Wir haben mit vielen Fachleuten über die Vorzüge des voll formatvariablen Offsetdruckes diskutiert. Die Interessenten waren ausgewiesene Verpackungsdrucker mit Tiefdruck- und Flexodruck-Erfahrungen, die sich aus unterschiedlichen Motiven über den Offsetdruck erkundigten. Und es kamen auch Offset-Experten, die sich auf den Markteintritt in den Verpackungsdruck vorbereiten.»
Tatsächlich weist der Rollendruck insbesondere bei der Herstellung von flexiblen Verpackungen und Etiketten einige Vorzüge gegenüber den dort etablierten Druckverfahren auf. Weil den Ideen von Markenartiklern beim Entwerfen von immer komplexer und aufwändiger gestalteten Verpackungen keine Grenzen gesetzt sind, werden beispielsweise Etiketten von Getränkeflaschen kürzer oder länger. Konnte dies bei Etiketten im Bogenoffset auf Papier durch entsprechenden Zuschnitt gelöst werden, so verlangt dies bei Rollenetiketten auf Kunststoff-Folien eine stufenlos veränderbare Drucklänge zu einem wirtschaftlichen Preis. Da auch die Auflagen im dynamischen Umfeld vieler Werbeaktionen kleiner werden, kann der Offset als Druckverfahren im Etiketten-und Verpackungsdruck gegenüber dem Flexo- und dem Tiefdruck seine Stärken voll ausspielen: niedrige Druckformkosten, kurze Reaktionszeiten, hohe Standardisierung, geringe Makulatur, breites Substratspektrum und dabei noch ausserordentlich hohe Druckqualität.
Hier ist die Alprinta-V dank einem servoangetriebenen Offsetdruckwerk für allerhöchste Ansprüche mit dem stufenlos formatvariablen System bestens ausgerüstet – will heissen: Die als Nassoffset-Einschub ausgeführte Konstruktion beinhaltet Plattenzylinder sowie Gummituch- und Gegendruckzylinder. Bei einem Formatwechsel verbleibt der Einschub in der Maschine, weil nur die eigentlichen Formatteile (Gummi- und Plattenzylinder) gewechselt werden. Der Austausch der handlichen Kohlefaser-Zylinder erfolgt werkzeuglos innerhalb weniger Minuten – ohne dabei die Materialbahn zu trennen. So kann das Format in Drucklänge beliebig innerhalb des Formatbereichs gewechselt werden. Die Positionierung der Druckzylinder erfolgt automatisch über Stellmotoren.
Kommt dazu, dass im Verpackungs- und Etikettendruck der Ruf nach Hybrid-Rollenmaschinen, die sowohl auf Papier als auch auf Folie drucken können, immer lauter wird. «Wir stellen», so Jürgen Dillmann, «eine neue und rasch wachsende Tendenz nach hybriden Anwendungen durch Verfahrenskombinationen fest, die auf spezifische Produkte angepasst und abgestimmt werden müssen.» |