Fachartikel
Neue Herausforderungen für die Rotationsabnahme
In der Rotationsabnahme als Schnittstelle zwischen Druck und Weiterverarbeitung sind effiziente Prozesse entscheidend. Dafür braucht es vollautomatisierte Anlagen, die Abläufe beschleunigen und optimieren, kurze Wege garantieren und Einsparungen realisieren. Das gilt besonders für den aufkommenden Ultra Wide Web Offset (UWWO).

Kein System in der Rotationsabnahme gleicht dem anderen. Deshalb ist individuelle Beratung durch kompetente Fachleute gefragt – von der Planungsphase über die Installation bis zur Inbetriebnahme. «Drei Schwerpunkte gilt es dabei zu beachten», erklärt Pierre Horath, Marketingleiter Rotationsabnahme bei Müller Martini. «Erstens eine genaue Ausarbeitung des Gesamtkonzepts, zweitens eine hohe Produktionssicherheit und drittens den entsprechenden Automatisierungsgrad.»

Zuverlässiger Papiertransport

Der zuverlässige und schonende Transport von Printprodukten hat beim Ultra Wide Web Offset angesichts der grossen Papiermengen erste Priorität. Weitere wichtige Kriterien sind die Zugänglichkeit sowohl zur Rotation als auch zu den Rotationsabnahme-Systemen sowie ein optimaler Papierfluss. Dank des flurfreien, die Bodenfläche freilassenden Transporteurs Newsveyor von Müller Martini wird die flexible Platzierung der Rotationsabnahme-Systeme erleichtert. Er eignet sich für sehr enge Platzverhältnisse und zur Überbrückung grosser Distanzen – beispielsweise zwischen verschiedenen Gebäuden oder Etagen.

«Wegen der wesentlich grösseren Papiermenge fällt beim UWWO gegenüber herkömmlichen Bahnbreiten ein dickerer Schuppenstrom an», gibt Pierre Horath zu bedenken. «Der Newsveyor von Müller Martini übernimmt das Papier ungetaktet und kann bis zu drei Schuppenströme gemeinsam abnehmen. Das ermöglicht gegenüber einem Einzelgreifer-System eine grössere Anzahl Exemplare pro Laufmeter und damit tiefere Kosten.»


Das flurfreie Transportsystem Newsveyor bietet grosse Layoutflexibilität und sehr gute Zugänglichkeit für eine optimale Papierlogistik mit grossen Papiermengen.

Drei Lagervarianten

Als Komplettanbieter in der Weiterverarbeitung legt Müller Martini besonders grossen Wert auf die optimale Zwischenlagerung der Druckbogen. Nur so wird sichergestellt, dass die Produkte in der Weiterverarbeitung prozesssicher und zuverlässig gefertigt werden. Laut Heinz Gerber, Verkaufsleiter bei Müller Martini, kommen drei mögliche Lagervarianten in Frage: «Rollen, Stangen und Pakete. Sie decken jeweils unterschiedliche Anforderungen ab. Rollen- und Stangenlagerung bietet sich für Halbfertigprodukte an, Paketbildung dagegen eher für die Abnahme von Fertigprodukten.»

Werden die Produkte inhouse weiterverarbeitet, ist ein Rollensystem dank hoher Speicherkapazität und damit grosser Beschickungsautonomie von Vorteil. Wird die Weiterverarbeitung dagegen extern vergeben, eignen sich Stangen besser. Sie kommen ausserdem zum Einsatz, wenn Produkte mit einem breiten Formatspektrum anfallen oder eine Lagerung über einen längeren Zeitraum notwendig ist.

Rotationsabnahmen im Anschluss an XXL-Druckmaschinen müssen verschieden hoch automatisiert sein – sowohl in Bezug auf eine schnelle Bereitstellung der Systeme als auch zur Optimierung der Produktion mittels eines Leitsystems und zur Senkung der Produktionskosten. «Obwohl beim UWWO die produzierten Seitenzahlen steigen, werden die Auflagen – entsprechend dem allgemeinen Trend – eher zurückgehen», sagt Pierre Horath. «Deshalb müssen wir auf immer kürzere Durchlaufzeiten reagieren. Das erfordert insbesondere sehr kurze Einricht- und Umrüstzeiten bei den Maschinen der Rotationsabnahme.»


Das horizontale Stangenbildungsprinzip liefert perfekte Stangen – auch bei höchster Produktionsleistung.

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