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Paul Albrechts Verlag (PAV): Neue Rollenoffset-Druckmaschine Concepta von Müller Martini: Wichtiges Standbein für die Zukunft gestärkt
Der Paul Albrechts Verlag hat sich von einer klassischen Akzidenz- und Formulardruckerei zum Systemanbieter von Digital- und Printmedien gewandelt. Mit der 1991 gegründeten Tochtergesellschaft PAV Card hat sich das in Lütjensee ansässige Unternehmen beispielsweise neue Geschäftsfelder im Bereich der Plastikkarten-Fertigung erschlossen. Mit der Installation einer neuen Achtfarben-Rollenoffsetmaschine Concepta von Müller Martini, die kürzlich in Gegenwart des schleswig-holsteinischen Finanzministers Rainer Wiegard offiziell in Betrieb genommen wurde, soll darüber hinaus auch der Produktbereich der hochwertigen Werbedrucke und Mailings forciert werden.


Rainer Wiegard, Finanzminister von Schleswig-Holstein (links), und Nils Albrecht, Mitglied der PAV-Geschäftsleitung, starten die neue Druckmaschine von Müller Martini mit einem symbolischen Knopfdruck.

Der Paul Albrechts Verlag (PAV) verdankt seine Existenz typisch preußischen Tugenden. Firmengründer Paul Albrecht war Verwaltungsangestellter, der Leitfäden zur Optimierung der Verwaltung verfasste. Er gründete 1925 im pommerschen Stolp einen Verlag zur Herausgabe dieser Leitfäden. Nach dem Zweiten Weltkrieg folgte ein Neubeginn in Sandesneben (Schleswig-Holstein), und 1956 wurde die Druckerei an den heutigen Standort in Lütjensee verlegt. Heute zählt der Paul Albrechts Verlag mit dem Tochterunternehmen PAV Card insgesamt 270 Mitarbeiter, darunter 17 Auszubildende. Das Firmenduo ist in dritter Generation im Familienbesitz.

Anfang März 2006 hat das Unternehmen eine neue Achtfarben-Offsetrotation der Baureihe Concepta mit 520 mm Bahnbreite in Betrieb genommen. Bei der offiziellen Einweihung, die knapp zwei Monate später bei einem Kundentag mit insgesamt rund 200 Gästen gefeiert wurde, produzierte sie bereits an fünf Tagen in der Woche rund um die Uhr. Wie PAV-Geschäftsführer Dipl.-Wirtsch.-Ing. Nils Albrecht äußerte, war die Investition für den Rollendruck fast schon überfällig. Die Maschine, die durch die Concepta von Müller Martini ersetzt wurde, versah immerhin schon über 20 Jahre ihren Dienst in Lütjensee. Die anstehende Ersatzinstallation sollte vor allem das Segment der Direkt-Mailings stärken. Dass sich der Paul Albrechts Verlag dabei zum ersten Mal für ein Modell der Firma Müller Martini entschieden hat, begründet Nils Albrecht vor allem anhand von vier wesentlichen Entscheidungskriterien: Technologie, Service, Druckqualität und Zusatzausstattung.


Die Druckwerke der Concepta sind mit einem leistungsfähigen Farbwerk ausgestattet und erreichen ein Qualitätsniveau, das mit dem Bogenoffsetdruck vergleichbar ist.

Eigene Firma für die Plastikkartenfertigung
Warum zuletzt wenig in neue Rollenmaschinen investiert wurde, erklärt ein Blick in die jüngere Geschichte des Unternehmens. „Der reine Formulardruck ist ein seit Jahren rückläufiger Markt. Wäre das Unternehmen nicht rechtzeitig in der Lage gewesen, neben dem Formulardruck neue Standbeine aufzubauen, hätte das drastische Auswirkungen gehabt“, meint Nils Albrecht. Früher waren Krankenscheinhefte ein wichtiger Produktbereich beim Paul Albrechts Verlag. Als in den 1990er Jahren auf die Krankenversichertenkarte umgestellt wurde, reagierte der Familienbetrieb schnell. 1991 wurde die Firma PAV Card als Tochterunternehmen gegründet und damit der erfolgreiche Einstieg in die Fertigung von Plastikkarten erreicht. In der Folge konzentrierten sich die Investitionen vorrangig in die Geschäftsgründung sowie in den Aufbau einer eigenen Produktion mit einem neu errichteten Werk. Heute stattet PAV Card rund 20 Millionen Versicherte in der Bundesrepublik mit der Krankenversichertenkarte aus.

In Zukunft ist ein weiterer Rückgang bei der Verwendung von Formularen zu erwarten, da sie schrittweise durch intelligente Kartensysteme ersetzt werden. Ein Beispiel ist die neue elektronische Gesundheitskarte (eGK), an deren Entwicklung PAV Card beteiligt ist. Außerdem ist das Unternehmen mit seinen Aktivitäten im Bereich der Transponder-Technologie in einem weiteren Markt mit Zukunftsperspektive tätig.
Von den vielfältigen Erfahrungen im Umgang mit Daten profitiert das Unternehmen auch im angestammten Druckbereich. Die Mailing-Produktion, die PAV als Wachstumsmarkt einschätzt und die mit der Installation der neuen Concepta forciert werden soll, beinhaltet einen hohen Anteil an Daten-Handling. Mit der Aufbereitung von Adressen, Porto-Optimierung, Doubletten-Abgleich, Barcode-Lesung usw. beschäftigt sich in Lütjensee eine eigene Abteilung.

Zukunftssichere Drucktechnik
Wesentlichen Einfluss auf die Investitionsentscheidung für Müller Martini hatten die Drucktests im Demonstrationszentrum in Maulburg, wo die Concepta einen guten Eindruck hinterließ. Dabei spielte die Steuerung für Nils Albrecht eine besondere Rolle: „ Weil wir gegenwärtig dabei sind, die Druckerei komplett zu vernetzen, sollte die Einbindung der Druckmaschine in das firmeninterne Netzwerk gewährleistet sein. Das ist bei der Concepta der Fall, da sie über den CIP4-Standard in unseren Workflow integrierbar ist.“ Weitere Vorteile konnte Müller Martini ferner im Bereich der Verarbeitungsaggregate verbuchen. Der in Maulburg demonstrierte Querschneider mit integriertem Abstapler vom Typ QS52 überzeugte beim Test mit einer hohen Produktionsleistung.

Die Druckqualität der Concepta sieht man bei PAV auf einem Niveau mit dem Bogenoffsetdruck. Dafür sorgt die leistungsfähige Druckeinheit dieser Baureihe, deren Farbwerk mit drei Auftragswalzen und temperierten Verreiberwalzen ausgestattet ist. Auf diese Weise wird ein stabiler Farbauftrag über den gesamten Geschwindigkeitsbereich bis zur maximalen Produktionsleistung von 305 m/min erzielt. Entsprechend der Zielsetzung, mit der neuen Drucklinie speziell das Marktsegment der anspruchsvollen Mailings, z.B. von Markenartikelfirmen oder Versandhäusern, abzudecken, ist auch der Bereich der Konfektionierung ausgestattet. Sämtliche Arten von Perforation, Stanzung, Lochung etc. lassen sich inline realisieren. Der Einsatz von Magnetzylindern und Stanzblechen ermöglicht ein schnelles Umrüsten.

Klemens Ehrlitzer (freier Fachjournalist)

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