Müller Martini
Von der Block- und Broschürenheftmaschine B-1 über die "fliegenden Heftköpfe" für Sammelhefter, den ersten Klebebindeautomat für Dispersionsklebstoff, Endlos-Formulardruckmaschinen und das automatische Einstellsystem Amrys bis hin zum Gesamtsystem für digitale Buchproduktion – die über 60-jährige Geschichte von Müller Martini ist geprägt von hoher Technikkompetenz und innovativen Systemen für die grafische Industrie.

40er Jahre Von Karton- und Holzschachteln in Richtung grafische Industrie
Gründung der Kollektivgesellschaft Müller und Ruf in Zofingen am 1. April 1946. Nach deren Auflösung erfolgt 1947 die Gründung der Einzelfirma Hans Müller Maschinenfabrik. Im ersten Fabrikgebäude ist heute die firmeneigene Kindertagesstätte „Sonneblueme“ untergebracht.
Die ersten Bestellungen: eine HM-5 zur Heftung von Kartonschachteln und eine HM-40 für die Heftung von Holzkisten.
Die Block- und Broschürenheftmaschine B-1 stellt die Weichen in Richtung grafische Branche. Ideal, um kleinere Heftarbeiten zu bewältigen, wurden bis 1989 insgesamt 3257 Exemplare produziert.
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50er Jahre Die "fliegenden Heftköpfe" revolutionieren die Sammelheftung
1950 konstruiert Hans Müller den ersten Sammelhefter auf der Basis der B-1. Die Maschine ist bereits mit automatischen Bogenanlegern ausgestattet, sodass die volle Maschinengeschwindigkeit genutzt werden kann.
1954 erfolgt die Markteinführung des weltweit ersten Broschüren-Sammelheft-Vollautomaten BSV (4000 T/h). Dieser koppelt drei Maschinentypen – Anleger, Heftmaschine und Dreischneider – zum rationellen Gesamtsystem. Die wegweisenden „fliegenden Heftköpfe“ – Hans Müllers Patent der mitlaufenden Heftköpfe, die ohne „Stop and go“ heften – kommen 1956 zum ersten Mal zum Einsatz.
Der erste Klebebindeautomat für Dispersionsklebstoff, der Rotor-Binder RB-2 (3000 T/h), kommt ebenfalls 1954 auf den Markt. Kein Klebebinder dieser Klasse konnte sowohl 2 mm dünne als auch 60 mm dicke Broschüren binden. Komplettiert mit Zusammentragmaschine und Dreischneider findet das System ab 1958 als automatisierte Fertigungsstrasse weltweite Verbreitung. Das 1962 eingeführte Nachfolgemodell Rotor-Binder RB-5 leistet 5000 T/h und verarbeitet wahlweise auch Hotmelt. Vom Rotor-Binder wurden bis 1986 rund 1000 Stück hergestellt.
1955 gründen Hans Müller und Alfons Futterer die Grapha GmbH in Stuttgart (D). Alfons Futterer übernimmt die Geschäftsführung der ersten eigenen Verkaufsgesellschaft. In England und USA übernehmen Partner den Vertrieb. Gute Marktchancen eröffnen sich auch in Frankreich und in den skandinavischen Ländern. Bereits Ende der 50er-Jahre stammt der grösste Teil der Aufträge aus dem Ausland.
Am 19. Juni 1956 wird das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft, die Grapha Maschinenfabrik Hans Müller AG, umgewandelt.
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60er Jahre Höhere Auflagen erfordern immer leistungsfähigere Fertigungssysteme

Die Auflagenentwicklung führender Zeitschriften stellt in den 60er-Jahren immer höhere Anforderungen an die Fertigungskapazität. Als Antwort darauf wird ab 1958 die neue Sammelhefterreihe JG in drei Typen entwickelt. Gegenüber der JG-Standard mit Handauflage besass das zweite Modell JG-2 bereits Dickenkontrolle, Ausschleusweiche für nicht komplette Broschüren sowie eine Zählvorrichtung. Die JGV war eine Sammelheftstrasse mit automatischen Anlegern und angebautem Dreischneider DSS und erreichte mit 10'000 T/h eine neue Leistungsdimension. Die JG-Generation trug wesentlich zur Marktführerschaft der Grapha bei: Insgesamt wurden bis in die 70er-Jahre über 2000 Maschinen hergestellt. Der europäische Marktanteil für Sammelhefter betrug über 90 Prozent.
In den 60er-Jahren nehmen die Zeitschriften stark an Umfang und Auflage zu und werden zunehmend klebegebunden. Das für Grossauflagen konstruierte Klebebindesystem Jet-Binder überspringt die 10'000-T/h-Marke. Verschiedene Aggregate, die auch auf Sammelhefteranlagen einsetzbar sind, ergänzen die Maschine – so der 1969 eingeführte Kreuzleger 231, die erste Maschine weltweit, die fertig gebundene Druckprodukte kreuzweise abstapelte.
Mit der Einsteckmaschine EM-10 (10'000 T/h) steigt die Grapha in den frühen 60er-Jahren in den Markt zur Weiterverarbeitung von Zeitungs- und Zeitschriftenprodukten ein. Zuerst im amerikanischen Markt beliebt, gewann das Einstecken um 1970 auch in Europa an Bedeutung. Einerseits um aus Kapazitätsgründen vorproduzierte Bünde einzustecken, andererseits um den Zeitungen und Zeitschriften Werbeprospekte beizulegen.
Mit der Zunahme des Exportumsatzes expandiert auch die Grapha. 1964 wird die Graphag Maschinen in Zofingen (heute Müller Martini Electronic AG) gegründet und damit der Elektronisierung der Anlagen vorausschauend Rechnung getragen. Da Facharbeitskräfte knapp sind, werden ab 1964 im grenznahen Fahrnau (D) Einzelteile produziert. 1966 wird in Maulburg (D) mit der Maschinenfabrik Grapha GmbH (heute Müller Martini Druckmaschinen GmbH) die erste Fabrikationsgesellschaft im Ausland gegründet.
Ein weiterer, wichtiger Schritt der Expansion: Die Grapha erwirbt 1969 die Aktienmehrheit der Martini Buchbindereimaschinenfabrik AG in Felben.
1970 wird die Maschinenfabrik Hasle AG im luzernischen Entlebuch gegründet. Die Müller Martini Maschinen & Anlagen AG ist das Kompetenzzentrum für die Blechfertigung aller Müller Martini-Anlagen und einer der modernsten blechverarbeitenden Betriebe der Schweiz.
Expandiert wird nicht nur in der Produktion, schrittweise erobert die Grapha auch die Welt. 1964 wird die Grapha Ibérica SA in Barcelona gegründet, 1967 folgt die Gründung der Hans Muller Corp. (heute Müller Martini USA). Das amerikanische Kunden- und Servicezentrum soll mit einem hervorragenden und kundennahen Service den Zugang zum grossen amerikanischen Markt schaffen. Schliesslich wird 1969 die französische Martini-Verkaufsgesellschaft in Muller Martini SA umfirmiert.
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70er Jahre Neue Quantensprünge in der Sammelheftung und Klebebindung
Mit der neuen Sammelheftergeneration 221/235, die 1970/71 in Serie ging, überholte Müller Martini die Mitbewerber einmal mehr. Bis zu 12'000 T/h leisteten die Spitzenmodelle, die zudem zu einer vollautomatischen Sammelheftstrasse ausgebaut werden konnten. Die Typreihe 221 war mit 8000 T/h für den Klein- und Mittelbetrieb ausgelegt. Erstmals konnte ein Kartenkleber Karten publikumswirksam an einem präzisen Ort einkleben und Warenmuster applizieren.
Nach dem Zusammenschluss mit Martini werden die Modellreihen der Klebebindung beider Firmen durch den Normbinder abgelöst. Dieser Klebebinder ist oval und konsequent modular aufgebaut – ein Prinzip, dem auch die heutigen Modelle folgen. Das 1976 eingeführte High-End-Modell Normbinder SF war mit 18’000 T/h der damals schnellste Klebebinder weltweit.
Speziell auf die Bedürfnisse von Zeitungsbetrieben abgestimmt, entwickelte sich die Einsteckmaschine 227 (13'000 T/h) zu einem Renner vor allem in Mitteleuropa und den USA. Die in der Folge einsetzende Entwicklung findet ihren heutigen Höhepunkt im 2008 vorgestellten ProLiner, der mit seinem konsequent modularen Aufbau höchste Investitionssicherheit im immer volatileren Markt bietet.
Mit der Grapha-Endlos-Formulardruckmaschine stösst die Firma ab 1970 in einen weiteren Markt vor. Mit der guten Druckqualität des Nassoffset-Druckverfahrens, rasch wechselbaren Druckeinschüben, der konsequenten Modularisierung und einer Reihe Veredelungsmöglichkeiten etablieren sich Grapha-Druckmaschinen. Bald werden damit Flugtickets, Werbeschreiben, Lotterielose und vieles mehr gedruckt.
Mit den immer leistungsfähigeren Rotationen steigen auch die Anforderungen an das Papierhandling, beispielsweise in der Zeitschriftenproduktion. Um Falzbogen effizient zwischenzulagern, wurde 1975 der Bundle-Stacker-Feeder vorgestellt. Der Stangenausleger sammelt am Ausgang der Druckmaschine die Papierbogen in Stangenform und lagert sie auf Paletten. Für die Weiterverarbeitung werden sie auf einen Streamfeeder gelegt und dem Bogenanleger eines Sammelhefters oder einer Zusammentragmaschine zugeführt. Das Geschäftsfeld der Rotationsabnahme findet hier seinen Anfang. Seither wurden mehr als 800 Stangenausleger ausgeliefert.
Als neue Dachgesellschaft des mittlerweile zum Konzern angewachsenen Unternehmens wird 1971 die Grapha-Holding mit Sitz in Hergiswil gegründet. Die Verkaufsabteilungen der beiden Maschinenfabriken Grapha und Martini werden abgespalten und 1972 neu in der Müller Martini AG gebündelt.
Gründung eigener Verkaufs- und Serviceniederlassungen in Grossbritannien (1971), Österreich (1973) und Japan (1974) sowie Erwerb der Handelsvertretung in Italien (1979, heute Müller Martin Italien).
Die 1974 gegründete Grapha Manufacturing Corp. in Newport News, USA (heute Müller Martini Manufacturing Corp.), stellte anfänglich vor allem Maschinen her, die auf dem amerikanischen Markt gefragt waren. Hier ist heute der Geschäftsbereich für Sammelhefter und Klebebinder des unteren und mittleren Leistungsbereichs beheimatet.
1977 wird die Maschinenfabrik Schilter in Stans übernommen – hier werden heute die Versandraum-Systeme von Müller Martini produziert.
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80er Jahre Effiziente Puffersysteme erhöhen die Auslastung der Rotationen
Im Alter von 67 Jahren bildet Hans Müller anfangs der 80er-Jahre eine neue Konzernleitung, der er nicht mehr selbst angehört. Die Gebrüder Hans und Ernst Müller (verstorben 1983) bleiben aktiv im Verwaltungsrat.
Das 1983 im Markt eingeführte PrintRoll-System nimmt pro Rolle bis zu 500 000 Zeitschriftenseiten für die Zwischenlagerung auf. FlexiRoll (1995) arbeitet mit variablem Rollendurchmesser. Beide Systeme weisen einen hohen Rationalisierungsgrad auf. Sie erlauben den Zeitungs- und Zeitschriftendruckereien, Vorprodukte oder Semi-Commercials zu produzieren und so Rotationen vermehrt auch tagsüber auszulasten. Sie werden bis heute mit grossem Erfolg eingesetzt.
Im Bereich Versand vereinigt das Automatische Versandraumsystem (AVS) seit 1983 eine ganze Reihe von Maschinen und Systemen, die den gesamten Versandprozess von der Rotation bis zum Lastwagen bewältigen. Herzstück ist ein elektronisches Leit- und Kontrollsystem, das Puffer- und Lagersysteme, Einsteckmaschinen, Kreuzleger, Inkjetanlagen und die verbindenden Transporteuranlagen steuert und gleichzeitig die Betriebsdaten auswertet. Das umfassende Leitsystem Mailroom Production Control MPC deckt heute sämtliche Bedürfnisse eines modernen Versandraums ab.
1990 nahm die «New York Times» in ihrem Druckzentrum Edison das weltweit erste und bis heute grösste automatisierte PrintRoll-Lagersystem in Betrieb. Auf über 1000 Rollen wurden die ab Dienstag produzierten Vordrucke für die legendäre Sonntagsausgabe zwischengelagert. Es war dies der bedeutendste Auftrag in der Geschichte von Müller Martini. Sieben Jahre später entschied sich das Weltblatt auch für die Produktion der Werktagsausgabe im Druckzentrum Queens für eine Lösung von Müller Martini – ebenso wie 2007 für das Werk College Point in Flushing.
Mit einem Exportanteil von über 90 Prozent tritt die internationale Ausrichtung des Konzerns in den 80er-Jahren in eine neue Phase. Da sich der Verkauf und Service über eigene, kundennahe Gesellschaften bewährt hat, wird dieser Schritt in weiteren Märkten forciert: Erwerb der Handelsvertretung in Belgien (1982, heute Müller Martini Belgien), Gründung von Niederlassungen in Schweden (1983), Kanada (1985) und Dänemark (1986).
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90er Jahre Automatische Einstellsysteme sorgten für flexiblere Produktion
Seit den 80er-Jahren sinken die Auflagen vieler Druckprodukte, die Zahl der Titel aber steigt. In diesem Umfeld konzentriert sich Müller Martini verstärkt auf die modulare Bauweise, die auftragsbezogene Vernetzung von Maschinenbauteilen für spezifische Kundenbedürfnisse und auf die Automatisierung. Eine ganze Reihe von Systemen besitzen Mitte der 90er-Jahre bereits automatische Einstellsysteme: Beim schnellsten Klebebinder Corona (18'000 T/h) erfolgt die Eingabe menügeführt, und alle Bearbeitungsstationen werden automatisch eingestellt. Die Einstelldaten können gespeichert und für Folgeaufträge wieder verwendet werden. 2008 wurde übrigens der 300. Corona installiert. Auch die Druckmaschine Concept verfügt über ein Voreinstellsystem. 1994 wird die Weltneuheit Amrys (Automatic Make Ready System) am Sammelhefter Prima eingeführt. Das automatische Voreinstellsystem verkürzt die Rüstzeiten um die Hälfte. Auch diese Sammelhefterserie – Prima (14'000 T/h) und Bravo (12'000 T/h) ist ein voller Erfolg: Bis 2007 wurden über 2500 Stück ausgeliefert.
Auf der drupa 1990 präsentierte Müller Martini erstmals ein Selective-Binding-System für die zielgruppenspezifische Produktion von Zeitschriften und Katalogen. Auflagensplits wurden zunächst nur in den USA genutzt, sind jedoch heute aus dem Marketing-Mix nicht mehr wegzudenken.
Auf den 1. April 1991 übergibt Hans Müller mit den beiden Söhnen die Leitung des Unternehmens.
Umsatz und Personalbestand des Konzerns veränderten sich in den 80er-Jahren enorm. Um diesem Umstand Rechnung zu tragen und die Schnittstellen innerhalb der Konzerneinheiten zu verringern, wurde 1992 eine Reorganisation vorgenommen. Es werden vier strategische Geschäftseinheiten gebildet: Druckverarbeitungs-Systeme, Buchbinde-Systeme, Versand-Systeme und Druckmaschinen. Um die Identität der Firmengruppe zu stärken, treten nun alle im grafischen Bereich tätigen Konzernfirmen unter dem einheitlichen Müller Martini-Logo auf.
Auch in den 90er-Jahren wird das weltweite Vertriebsnetz weiter ausgebaut: Gründung von Müller Martini Norwegen (1990), Erwerb der Handelsvertretung in Finnland (1992, heute Müller Martini Finnland) und Gründung von Gesellschaften in Polen (1992), Hongkong (1995), Australien (1996), Korea und Singapur (1997) sowie Argentinien, Brasilien und Mexiko (1999).
Arrondierung des Maschinenportfolios mit dem Erwerb der Marktführerin für Einsteckmaschinen und das Ausrüsten von Versandräumen, der Graphic Management Association Inc. (GMA) in Allentown, USA (1992, heute Muller Martini Mailroom Systems, Inc.).
Mit dem Erwerb der VBF Buchtechnologie GmbH 1998 wurde der Anspruch auf ein umfassendes Portfolio der Druckweiterverarbeitung um eine weitere Komponente erweitert. Die heutige Müller Martini Buchtechnologie GmbH in Bad Mergentheim (D) bildet als neuer Geschäftsbereich das Kompetenzzentrum für Komplettsysteme der Hardcover-Produktion.
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Ab 2000 Eine neue Maschinengeneration auch für kleinere Stückzahlen
Müller Martini gründet weitere Niederlassungen in Portugal und Russland (2000) sowie in den Niederlanden (2001).

Kleinere Auflagen, Individualität und Aktualität sind die Anforderungen an Druckprodukte. Durch die hohen Kosten für Kleinauflagen lohnte sich die Produktion kleiner Stückzahlen bisher aber kaum. Auf diese Herausforderung antwortete Müller Martini 2004 mit der SigmaLine, einer einzigartigen Gesamtlösung für die industrielle, digitale Buchproduktion. Die SigmaLine vernetzt alle Prozesse von der Vorstufe über den Digitaldruck bis zur Weiterverarbeitung. Die vollautomatisierte Produktion ist somit in einem einzigen Arbeitsgang möglich.

Um den neuen Markt bedürfnisspezifisch zu bearbeiten, gründet Müller Martini 2004 den Geschäftsbereich Digital Solutions.

Hochwertige und langlebige Bücher behalten auch im digitalen Zeitalter ihren Wert und Schlagworte wie One-off- oder Batch-Produktion prägen das neue Jahrzehnt. Ein immer beliebteres Beispiel dafür ist die Fotobuchproduktion. Müller Martini entwickelt sein Hardcover-Maschinenprogramm laufend weiter, so dass die Systeme den aktuellen Marktbedürfnissen optimal entsprechen. Auf der weltweit einzigartigen Inline-Hardcover-Linie sind sämtliche Prozesse vom gefalzten Bogen bis zum fertigen Buch automatisiert. Mit den Hybrid-Systemen von Müller Martini sind auch Klein- oder Kleinstauflagen wirtschaftlich produzierbar.
Das 2007 erstmals vorgestellte Einstecksystem ProLiner ist auf den individuellen Bedarf von Zeitungsbetrieben jeder Grössenordnung ausgelegt. Es berücksichtigt komplexe Versandraumanforderungen wie Zoning, Regionalisierung, die steigende Anzahl von Vorprodukten oder Beilagen. Dabei überzeugt das Einstecksystem durch Qualität, Flexibilität und Sicherheit. Dank der offenen Systemarchitektur lässt sich der ProLiner flexibel erweitern.

Der Trend zur digitalen Vernetzung einzelner Produktionsschritte setzt sich unaufhaltsam fort und CIP4 etabliert sich als Standard. Dieser Entwicklung begegnet Müller Martini mit ihren ganzheitlich vernetzten, workflowfähigen Lösungen, die konsequent nach dem CIP4-Standard erfolgen. Mit dem Workflow-System Connex lassen sich sämtliche Müller Martini-Systeme, von der Einzelmaschine bis zu komplexen Produktionslinien, mit dem Management Informations-System (MIS) eines Kunden vernetzen.

Die an der drupa 2008 erstmals präsentierte neue Maschinengeneration von Müller Martini spannt den Bogen zwischen zahlreichen technischen Neuheiten und einem komplett überarbeiteten, modernen Design. Das neue ergonomische Verschalungskonzept bietet noch besseren Zugang zu den Arbeitsprozessen und berücksichtigt noch konsequenter Körpermasse und Reichweiten des Bedienpersonals. Die neue Farbe Laserblue fördert Konzentration und Produktivität und ist das identitätsstiftende Detail der neuen Maschinengeneration.
Einen Meilenstein in der Klebebindung setzt Müller Martini an der drupa 2008 mit einer PUR-Produktion mit 18'000 Takten pro Stunde auf dem Klebebinder Corona. Das entspricht nahezu einer Verdoppelung gegenüber den bisher in der Praxis maximal erreichten Werten.
2009 erwirbt Müller Martini die Patente für die Rollenoffset-Druckmaschine VSOP von Drent Goebel. Diese formatvariablen Rollenoffsetmaschinen eröffnen neue Anwendungen für hochwertige Akzidenzen und Mailings sowie die Herstellung flexibler Verpackungen und Etiketten. In weniger als fünf Minuten sind die handlichen Platten- und Gummituchzylinder gewechselt und die Maschine wirtschaftlich auf ein neues Format umgerüstet. Die Druckmaschine sorgt für eine Formatvariabilität, wie sie bisher nur aus dem Flexo- und Tiefdruck bekannt war.
Im Mai 2009 kam es an der Spitze von Müller Martini zum Wechsel: Der bisherige Delegierte des Verwaltungsrates Rudolf Müller übernahm nach 18-jähriger Tätigkeit an vorderster Front das Präsidium des Verwaltungsrats. Neuer CEO wird Bruno Müller, der bereits seit zwei Jahrzehnten in der Müller Martini-Gruppe tätig ist, unter anderem auch in der USA. Nach seiner Rückkehr in die Schweiz leitete er den Geschäftsbereich Versand-Systeme AG und übernahm 2005 die Leitung des neuen Geschäftsbereichs Digital Solutions.
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Ab 2010 Neue Lösungen für neue Märkte

An der Ipex 2010 fällt der Startschuss für MMServices, dem globalen Dienstleistungsportfolio von Müller Martini. Das weltweit standardisierte und neu ausgebaute Life-Cycle-Care Programm bietet Beratung und Optimierung für die weltweit installierte Maschinenbasis und ermöglicht es dem Kunden, seine Anlage den sich schrittweise ändernden Marktverhältnissen anzupassen.

Müller Martini vereint die bisherigen Geschäftsbereiche Sammelheftung, Versand-Systeme und Digital Solutions unter dem gemeinsamen Firmennamen Müller Martini Druckverarbeitungs-Systeme. Der Standort Zofingen (Schweiz) bietet somit Technik- und Beratungskompetenz sowie hochwertige Maschinen und Anlagen für die Druckweiterverarbeitung und den Zeitungsversand sowie Hybridlösungen für den Digitaldruck.

Für den Bereich Rotationsabnahmen als wichtige Schnittstelle zwischen Druck und Weiterverarbeitung ist eine Spitzentechnik ebenso wichtig wie eine breite Service-Abdeckung. Um gemeinsam Synergien zu nutzen und den Kunden perfekte, massgeschneiderte Lösungen zu bietet, schliesst Müller Martini 2011 einen Kooperationsvertrag mit RIMA-System ab. Das optimierte Produktprogramm umfasst die Bereiche Transportieren, Schneiden, Paket-, Stangen- und Rollenfertigung sowie Palettieren.
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Muller Martini 2012 - Müller Martini Marketing AG, Untere Brühlstrasse 13, CH-4800 Zofingen