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«Design macht sexy»

Professor Thomas Maier vom Institut für Konstruktionstechnik und Technisches Design an der Universität Stuttgart ist der «Spiritus rector» der neuen Maschinengeneration von Müller Martini.

Sie sind an der Universität Stuttgart so etwas wie der «Ergonomie-Guru». Wie relevant ist Ergonomie überhaupt im Maschinenbau?
Prof. Dr. Thomas Maier*: Die Ergonomie wird bei der Bedienung von Produkten, einzelnen Maschinen und ganzen Anlagen immer relevanter. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Mensch-Maschine-Schnittstelle (HMI). Ziel einer optimalen Ergonomie muss es immer sein, die Bedienungsfreundlichkeit – die so genannte Usability – zu verbessern.

Sie haben eine Studie über die Maschinen von Müller Martini erstellt. Welche Schlüsse haben Sie aus ergonomischer Sicht für die neue Maschinengeneration gezogen?
Hauptansatzpunkt für das neue Corporate Design ist die konsequente Gestaltung der Maschinen auf der Grundlage einer optimalen Ergonomie bezüglich Höhenraster, Fussfreiräumen, Sichtbereich und Greifraum. Daraus haben wir einen für sämtliche Müller Martini-Maschinen gültigen Styleguide abgeleitet. Dieser enthält beispielsweise – gemäss internationalen Standards – ein einziges gültiges Höhenraster für sämtliche Maschinen, die in Zukunft neu entwickelt werden.

So viel zur Gestaltung. Und wie haben Sie die Bedienung optimiert?
Das neue Bedienkonzept geht konsequent von einer logischen, intuitiven und selbsterklärenden Bedienstrategie aus – beispielsweise bei der Neigung und Platzierung von Bedienoberflächen, Displaygrössen oder Handgriffen.

Welche Bedeutung hat grundsätzlich eine übersichtliche Bedienerführung?
Erstens trägt sie massgeblich zu einer Wettbewerbsdifferenzierung im positiven Sinne bei. Zweitens vermeidet sie Fehlbedienungen. Damit verringern sich die Stillstandszeiten der Maschinen, was wiederum zu einer höheren Produktivität führt.

Welche konkreten Nutzen haben die Bediener von ergonomisch optimal gebauten Maschinen?
Sie sind weniger krank, sie haben eine gute Körperhaltung, ihre Gesundheit wird unterstützt – kurz: sie haben Spass an der Bedienung und der Arbeit an der Maschine. «Design macht sexy» lautet ein Schlagwort in den Fachmedien. Denn moderne Maschinen müssen nicht nur produzieren, sondern – als emotionale Komponente – auch kommunizieren.

Tragen die neuen Maschinen auch zu einer höheren Arbeitssicherheit bei?
Zweifellos, darauf haben wir besonders geachtet. Allerdings wies bereits das bisherige Maschinenkonzept von Müller Martini bezüglich Arbeitssicherheit ein sehr hohes Niveau auf. Doch es gibt immer wieder neue gesetzliche Bestimmungen, die in neue Maschinenkonzepte einfliessen.


Bediener von ergonomisch optimal gebauten Maschinen sind weniger krank, haben eine gute Körperhaltung, und ihre Gesundheit wird unterstützt.

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*Prof. Dr.-Ing. Thomas Maier leitet am Institut für Konstruktionstechnik und Technisches Design der Universität Stuttgart das Forschungs- und Lehrgebiet Technisches Design.
www.iktd.uni-stuttgart.de/design

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