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14.05.2019 / Pascal Keller

Teil 4: Touchless Workflow – und es läuft wie am Schnürchen

Zum Abschluss unserer kleinen Serie über Finishing 4.0 noch ein paar Worte zum Touchless Workflow. Stellen Sie sich das ungefähr so vor: Sie drücken auf einen Knopf, und die nächsten Aufträge werden einfach so klebegebunden, fadengeheftet oder sammelgeheftet. Sie werden sich jetzt vielleicht sagen: Der spricht hier von «touchless» und dann kommt im folgenden Satz gleich, dass man auf einen Knopf drücken muss! Natürlich haben Sie recht: es hört sich etwas komisch an. Wenn man aber die neuen Workflow-Möglichkeiten mit der konventionellen Produktion vergleicht, dann ist die neue Variante wahrlich touchless. 

Sie müssen die Produktion eigentlich nur noch überwachen und eventuell zwischendurch Signaturen und Umschläge zuführen. Zum Schluss können Sie die fertigen Produkte vom Band nehmen. Zu schön, um wahr zu sein? Ich kann Ihnen voller Überzeugung antworten: Nein! Denn der Touchless Workflow funktioniert in der Druckindustrie bereits heute und ist bei Kunden auf der ganzen Welt realisiert. Er spart jedem einzelnen von ihnen tagtäglich Zeit und Geld!

Damit alles wie am Schnürchen klappt, müssen die hochautomatisierten Maschinen durchgängig vernetzt sein. Das reibungslose Zusammenspiel von Maschinen und dem Workflow-System Connex reduziert manuelle Eingriffe in die Produktion oder macht diese sogar unnötig. Wie das funktioniert, haben übrigens auch unsere Workflows sehr eindrücklich gezeigt, die wir im Februar auf den Hunkeler Innovationdays in Luzern präsentiert haben. 

Bei der unterbruchsfreien Produktion vor allem digital gedruckter Produkte können Produktparameter innerhalb eines Auftrags geändert werden, ohne dass der Bediener eingreifen oder die Produktion unterbrochen werden muss. Auch Auftragswechsel sind ohne manuelle Eingriffe durchführbar (Funktion Dynamic Job Change am Klebebinder) oder Bedienereingaben nur noch reduziert notwendig (Voreinstellung via Connex LineControl).

Wie der Touchless Workflow gesteuert wird?
  • Entweder durch Einbindung aller Prozesse in das Workflow-System Connex.
  • Oder auf der Maschinenebene über Barcodes, die auf dem Produkt aufgebracht sind.
  • Ergänzt werden sie mit den beliebten Einricht- und Optimierungs-Assistenten und einfachen Diagnosetools, welche die täglichen Arbeiten ebenfalls erleichtern.

Drei Beispiele, wie Touchless Workflow funktioniert

1) Workflow-System Connex: On The Fly Format Change 
Diese neuartige Funktion sorgt auf der SigmaLine bei einem Formatwechsel für einen durchgängigen, berührungslosen Auftragswechsel – ohne dass die Druckmaschine gestoppt wird und ohne dass der Maschinenführer eingreifen muss. Ist Job A beendet, triggert das Workflow-System Connex die Digitaldruckmaschine, die den Druck bei voller Geschwindigkeit für kurze Zeit aussetzt. Von Connex LineControl Pro koordiniert, wird der neue Job B auf die Maschinen geschickt. Während dieser Zeit werden sämtliche Umstellungen am SigmaFolder (Taktzahl von Querschneider, Perforation, Quer-/Längsfalz, Bahnaufteilung, Trichter-Positionierung, Referenz-Positionen der Kameras) vollautomatisch durchgeführt. Auch die Formateinstellungen im SigmaCollator sind darin inbegriffen. Danach wird nahtlos Job B gefertigt. So sorgt die Maschine in perfektem Zusammenspiel mit Connex für das vollautomatische Umrüsten des gesamten Inline-Systems.

2) Barcode: Variable Data Production (VDP) im Sammelhefter
Auf dem Sammelhefter Presto II Digital können dank VDP vollvariable Produkte, wie zum Beispiel individualisierte und personalisierte Magazine, hergestellt werden. Alle für die Produktion benötigten Parameter werden touchless über einen Barcode gesteuert. So wird sichergestellt, dass jedes Produkt komplett und richtig zusammengestellt ist. Zusätzlich kann auch die Reihenfolge der einzelnen Produkte kontrolliert werden, um individuelle, postrouten-optimierte Pakete zusammenstellen zu können. Der Barcode triggert auch die selektive Zuführung von Signaturen und Umschlägen über die Anleger und kontrolliert so die Übereinstimmung von Inhalt und Umschlag. Die Dicke kann von Produkt zu Produkt variieren, dabei werden die Heftmaschine und der Dreischneider vollvariabel eingestellt.

3) «Segmented Changeover» Book-of-one
Eine weitere Möglichkeit haben wir auf der Buchlinie Diamant MC Digital realisiert. Nachdem die Bücher den ersten Teil der Buchlinie durchlaufen haben, stellt sich diese auf der Grundlage von Barcodes automatisch auf den nächsten Auftrag um. So kann der Bediener die Maschine trotz der vielen Umrüstungen ohne Produktionsstopps betreiben. Diese Art der Umrüstung wird auch «Segmented Changeover» genannt. Sie kann mit oder ohne externe Datenanbindung realisiert werden. 

Wichtig zu wissen!
Damit Touchless Workflow funktioniert, wird jedes System individuell konfiguriert. Denn der reibungslose Ablauf hängt von der Auftragslage und den Endprodukten jeder einzelnen Druckerei oder Buchbinderei ab. Und so stehen wir Ihnen bei der Realisierung eines Touchless Workflow in Ihrem Betrieb mit kompetenter Beratung zur Seite. Melden Sie sich einfach bei uns. 

Mit diesen Infos sind wir am Ende unserer Finishing 4.0-Reihe angelangt. Möchten Sie die anderen Themen nochmal nachlesen?

Teil 1 Finishing 4.0 – oder: Wie holen Sie das Meiste aus Ihrer Weiterverarbeitung raus?
Teil 2 Wie spielen Automatisierung und Vernetzung bei Finishing 4.0 zusammen?
Teil 3 Jedes Produkt ist anders – mit Finishing 4.0 verdienen Sie trotzdem!

Und sollten Sie noch Fragen zu diesen spannenden Themen rund um Finishing 4.0 haben, dann helfen wir von Müller Martini gerne weiter. 


Bis dahin grüsse ich Sie herzlich

Ihr Pascal Keller
Product Manager Digital Solutions
Müller Martini AG


Tags: #yourstrongpartner, Finishing 4.0, Müller Martini


14.05.2019

Pascal Keller

Product Manager Digital Solutions