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15.10.2019 / Ronald Reddmann

Was Sie über Papier in der Klebebindung wissen müssen

Die Papierbeschaffenheit ist für eine gute Klebebindung von eminenter Bedeutung. Da erzähle ich Ihnen natürlich nichts Neues! Doch ich will die Gelegenheit nutzen, um Ihnen aus unserer langjährigen Erfahrung bei Müller Martini den ein oder anderen Trick zu verraten. Aus der Praxis und zahlreichen Schadensfall-Abklärungen wissen wir, wie Sie Probleme bereits im Vorfeld, zum Beispiel bei der Auftragsannahme, rasch erkennen und dann auch die notwendigen Massnahmen an Ihrem Klebebinder treffen können.

Die Klebebindequalität wird von einer ganzen Reihe von Papiereigenschaften beeinflusst:
  • Papierfaserstoffe 
  • Füllstoffe
  • Papierleimung 
  • Oberflächenbeschaffenheit
  • Flächengewicht, Dicke und Biegefestigkeit
  • Reissfestigkeit 
  • Laufrichtung und Dehnung 
Ich möchte hier nur auf einige wichtige Punkte eingehen. Die ausführlichen Infos zu jedem Stichwort finden Sie in unserem Whitepaper.
 
Papierfaserstoffe und Füllstoffe
Die zwischen den ineinander verschlungenen Fasern im Papier vorhandenen winzigen Zwischenräume werden mit unterschiedlichen Anteilen an Füll- und Leimstoffen ausgefüllt. Je mehr Papierfaserstoffe und je weniger Füllstoffe, desto besser wird die Klebebindung. 
Weniger gute Binderesultate werden bei folgenden Papieren erreicht:
  • Mit hohem Holzschliffgehalt (kurze und brüchige Holzschliffasern)
  • Mit stark holzhaltigen Papieren (schwach haftende Faser- und Füllstoffteilchen)
  • Mit Sekundärfasern, also Altpapier (kurzfasrig)
Am besten eignen sich für die Klebebindung holzfreie Papiere mit längeren, flexiblen Zellulosefasern, da der Faserverbund durch die Buchrückenbearbeitung nicht zerstört wird und auch weniger Staub entsteht.
 

Gestrichene und satinierte Papiere
Wird die Papieroberfläche zusätzlich veredelt, kann sie besser bedruckt werden. Auf die Klebebindung wirken sich gestrichene Sorten jedoch nachteilig aus. Für die Stärke der Klebebindung sind nur die Fasern des Rohpapiers massgebend. Je mehr Stichauftrag oder Satinierung, desto dichter das Papiergefüge und desto schlechter die Klebbarkeit.
Eine Rolle spielt hier auch noch das thermoplastische Verhalten der bindemittelhaltigen Streichmassen. Was genau heisst das? Die Werkzeuge der Rückenbearbeitungs-Stationen produzieren Wärme. Besonders bei dicken Produkten kann es deshalb vorkommen, dass diese sich Plastifizieren, die Blattkanten also praktisch versiegelt werden. Hier kommt dann ein Fibre Rougher-Aufrauhkopf zum Einsatz.

Laufrichtung des Papiers
Für die Klebebindung ist ausserdem die Papierlaufrichtung von ausserordentlicher Wichtigkeit. In Buchbinderkreisen spricht man von richtiger und falscher Laufrichtung, die man zum Beispiel mit einer Streifenprobe, einer Fingernageprobe oder einer Reissprobe bestimmen kann. Anleitungen dazu, wie Sie diese Proben machen, finden Sie im Whitepaper.

Werden Papiere mit falscher Papierlaufrichtung verarbeitet, hat das folgende Nachteile:

  • schlechtes Öffnungsverhalten 
  • Wellenbildung im Bundsteg und daraus resultierend ein schlechtes Lay-flat-Verhalten 
  • Klebstoffeinlauf zwischen den Blättern 
  • schlechte Rillierbarkeit
Für Klebebindung geeignete Papiersorten
Und welches ist denn nun das richtige Papier für die Klebebindung? Es gibt inzwischen so viele verschiedene Papiersorten, die unterschiedlich auf verschiedene Druckverfahren reagieren, dass sich der Fokus in der Klebebindung weg von der Maschine, hin zum Material und dessen korrekten Einsatz verschoben hat. Die technischen Hinweise für den Drucker über die Bedruckbarkeit der verwendeten Papiere sollten aus meiner Sicht eigentlich mit dem Zusatzhinweis "für die Klebebindung geeignet oder ungeeignet" ergänzt werden. Dies ist bisher jedoch leider nicht der Fall.

Noch eine kurze Zusatzinfo: Wichtig ist vor allem, dass die Rückenbearbeitungswerkzeuge immer in ordentlichem Zustand (Verschleiss, Einstellungen etc.) sind. Denn man kann den besten Klebstoff auftragen – doch die Blattkantenhaftung wird immer nur so gut sein, wie die Rückenbearbeitung den Buchrücken vorbereitet hat.

Wir können Ihnen jedoch ein paar Richtlinien bieten, welche Papiersorten für Klebebindung besonders geeignet sind. Diese Infos und viele weiter Tipps finden Sie in unserem Whitepaper, das Sie hier herunterladen können

Viel Spass beim Lesen

Wünscht Ihnen Ihr
Ronald Reddmann 
Produktmanager Klebebindesysteme
Müller Martini AG
 

Tags: #müllermartini, #print, #tippsundtricks, #yourstrongpartner


15.10.2019

Ronald Reddmann

Produktmanager Klebebindesysteme