02.02.2021 / Frank Baier

Kompetenz durch Fachmedien

Entscheidungsträger in Wirtschaft und Verwaltung nutzen vornehmlich Fachzeitschriften. Sie haben als wertvolle Informationsquellen in der Druckindustrie eine hohe Verbreitung.
 
Besucher von grösseren Fachmessen sind auch am Fachpressestand zu finden – und gedanklich bei der intensiven Lektüre mancher Publikation versunken. Schon lange kein Wunder mehr: Angebote von Fachmedien kommen bei regelmässig verwendeten B2B-Informationsquellen auf den Spitzenwert. Dieses Ergebnis besagt eine Sonderauswertung der Leseranalyse Entscheidungsträger in Wirtschaft und Verwaltung e.V., welche die Deutsche Fachpresse in Auftrag gegeben hat und mit der die LAE 2020 erhoben wurde. Welche Informationsquellen nutzen Entscheider in Wirtschaft und Verwaltung regelmässig sowie regelmässig oder gelegentlich, wurde erkundet.
 
Demnach erreichen Fachmagazine (Print-Ausgabe oder E-Paper) mit klarem Abstand den 1. Platz in der Nutzung. Veranstaltungen und digitale Angebote von Fachmedien belegen nahezu gleichauf Platz 2 und 3. Auf Platz 4 und 5 folgen Aussendienst-Besuche sowie Fachmessen im In- und Ausland. Damit stellt die Fachmedien-Branche ihre wichtige Rolle als Partner der Wirtschaft, Marktplatz und Informationsquelle mit fachjournalistischer Expertise unter Beweis.
 
Fachmagazine und die Druckindustrie
Innerhalb der Druckindustrie sind Fachmedien stark verbreitet. Infolge des Strukturwandels in den vergangenen 30 Jahren gingen Unternehmens- und Personalkapazitäten verloren – die meisten Fachzeitschriften-Anbieter mit einem überwiegend unverkennbaren Konzept sind aber auf dem Markt geblieben. Besonders in Deutschland dominieren immer noch mehrere, ausschliesslich auf die grafische Branche ausgerichtete Fachmedien.
 
Eine derartige Vielfalt lässt schon erstaunen. Die meisten decken die Wertschöpfungskette mit dem Fokus auf Druckprozesse ab – beispielsweise «Deutscher Drucker», «Druckmarkt», «Druck & Medien», «Druckspiegel», «Print & Produktion», «World of Print» oder die in Österreich erscheinende «Graphische Revue».
 
Andere stellen sich in einzelnen Bereichen, Technologien oder Märkten auf – «Bindereport», «Paperazzo» oder SIP-online.de. Darunter sind Boulevardmagazine, Marktstudien- und Technikeditionen ebenso wie Reportage- und Personality- oder PR-Publikationen zu finden – das inhaltliche Themenprofil ist sehr breit gestreut. Zusätzliche Print- und Online-Fachmedien gibt es für die Etiketten- und Verpackungsindustrie oder auch für die Werbemittel-Wirtschaft.
 
Konsequenzen durch Digitalisierung
In der LAE-Sonderauswertung erklärten 57,4 Prozent der Befragten, eine oder mehrere Fachmagazine regelmässig zu nutzen. Mindestens gelegentlich nutzen sie sogar 89,8 Prozent – und damit rund neun von zehn Entscheidern in Wirtschaft und Verwaltung. Besonders in Zeiten der Digitalisierung unterstreichen die Fachzeitschriften ihre Bedeutung.
 
Dieses Bild bestätigt auch die LAE 2020-Hauptumfrage, wonach branchenspezifische Fachzeitschriften mit 73 Prozent die wichtigste Mediengruppe für die berufliche Tätigkeit darstellen. Seien es Webseiten oder Social Media, Newsletter oder Apps – laut LAE-Dokumentation überzeugen die digitalen Angebote der Fachmedienhäuser. Mehr als ein Viertel nutzen sie regelmässig. Mindestens gelegentlich sind es 76,2 Prozent. Zudem erlebt der positive Wachstumstrend der digitalen Angebote aktuell durch die Corona-Pandemie noch einmal einen Schub.
 
Bislang gibt es digitale Angebote von Fachmedienhäusern der Druckindustrie oftmals nur in einem begrenzten Umfang. Alleine informativ aufgebaute Webseiten sowie Themen- oder Werbe-Newsletter werden in Zukunft nicht immer reichen. Entscheider, die sich regelmässig über Fachmagazine informieren, nutzen zu 41,2 Prozent regelmässig digitale Fachmedien-Angebote, und 39,9 Prozent besuchen auch regelmässig Veranstaltungen. Letztlich ergibt sich aus der LAE-Studie die Forderung: Fachinhalte müssen über verschiedene Formate hinweg in verschiedenen Medienkanälen offeriert werden.
 


Ihr
Frank Baier,
Chefredakteur «Bindereport»
02.02.2021 Frank Baier Chefredakteur «Bindereport»